Im Iserlohner Kreisanzeiger erschien am 15.07.2025 der folgende Artikel über die SGS:

Hemer. Die neue Forschungsstation der Speläo-Gruppe Sauerland ist nun eingeweiht worden. An jedem dritten Samstag im Monat ist der Pavillon geöffnet.
Das Felsenmeer in Hemer ist eine Besonderheit. Nicht nur die Natur hat das Geotop geformt, auch der neuzeitliche und mittelalterliche Bergbau prägt die Felsformation. Die Forscher der Speläo-Gruppe Sauerland erkunden die Tiefen des geschützten Gebiets und können nun auf eine Forschungsstation im Park der Sinne im Sauerlandpark zurückgreifen. Die hilft der Gruppe bei ihren Ausflügen unter Tage. Allerdings kann auch die Öffentlichkeit den Forschern etwa einmal im Monat über die Schultern gucken. Am kommenden Samstag von 10 bis etwa 16 Uhr und künftig jeden dritten Samstag in den Sommermonaten ist der Pavillon geöffnet.
Mehrere Karten zeigen im Inneren des Pavillons das Gebiet des Felsenmeeres. Rote und blaue Punkte weisen auf einer Karte darauf hin, wo der Mensch seinen Einfluss bemerkbar gemacht hat. Spuren des neuzeitlichen Bergbaus sind mit roten Punkten gekennzeichnet. In der Mehrzahl sind aber die blauen Punkte. Diese weisen auf den mittelalterlichen Bergbau vor rund 1000 Jahren hin. „Mittelalterlicher Bergbau ist in dieser Region gar nicht so selten. Bei uns ist er aber ungestört geblieben. Und das ist das Einzigartige“, beschreibt Wolfgang Hänisch, Leiter der Speläo-Gruppe Sauerland (SGS), mit Begeisterung das Felsenmeer.
Zurückgelassene Werkzeuge und weitere Exponate
Einige Exponate befinden sich ebenfalls in den Vitrinen. Zurückgelassene Werkzeuge, alte Grubenlampen und auch ein Silberpfennig, etwa aus dem Jahr 1260. Der Unterschied zwischen moderner Forschung und den alten Methoden wird ebenfalls deutlich. Ein alter Hänge- oder Markscheider-Kompass liegt neben einem modernen Vermessungsgerät. „Auch damals gab es Vermessungen“, erklärt Björn Wegen, Technischer Vorstand des SGS, und bezieht sich dabei auf die Neuzeit. Weitere Exponate sollen dazukommen.
Die Vermessung der unterirdischen Höhlen gehört auch zu den Arbeiten, die Interessierte bei einem Besuch der Forschungsstation miterleben können. Mit den unterschiedlichen Daten aus den Vermessungen lässt sich die unterirdische Welt unter dem Felsenmeer besser verstehen. Außerdem überprüft die SGS tektonische Risse im Felsenmeer. Mit den Daten haben die Forscher auch einen virtuellen Rundgang durch die „Bärenhöhle“ möglich gemacht, was Professor Dr. Michael Baalis, Leiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen, bei der Eröffnung lobend erwähnte. Über einen QR-Code können Besucher die dreidimensionale Felsenmeerwelt erkunden. SGS, der LWL, die Stadt und die Firma „iumax“ hatten das Projekt gemeinsam entwickelt.
80 Prozent Förderung durch EU-Förderprogramm
Mit kleinen Gruppen wollen die Mitglieder der Speläo-Gruppe am Samstag auch kleine Führungen durch das Geotop anbieten. Wie das in Zukunft gelingt, hängt an den dann anwesenden Mitgliedern vor Ort. Wer an einer Führung interessiert ist, kann sich unter haenisch@sgs-ev.de an Wolfgang Hänisch wenden.
Die Forschungsstation soll auch dazu dienen, den Mitgliedern der Speläo-Gruppe Rückzugsmöglichkeiten nach Ausflügen in das Felsenmeer zu ermöglichen. In den engen Gängen der Höhlenwelt ist es oft schlammig. Mit LEADER-Fördergeldern wurden 80 Prozent der rund 20.000 Euro Baukosten refinanziert. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich laut einer Vorlage der Verwaltung bei rund 4000 Euro.